Aus der Region Kassel: „Für ein Recht auf Stadt und ein Gutes Leben!“

Für ein Recht auf Stadt und ein Gutes Leben!

11 Soziale, ökologische und kulturelle Projekte und politische Initiativen aus der Region Kassel erklären Solidarität mit den Besetzer*innen der leerstehenden ehemaligen Augenklinik „(T)Raumklinik“ in Marburg

Die Situation: Am Montag, den 22. Juli wurde die Besetzung der leerstehenden ehemaligen Augenklinik in der Robert-Koch-Straße in Marburg nach drei Tagen durch die Polizei geräumt. Während die Aktivst*innen Dialog- und Verhandlungsbereitschaft signalisierten, antwortete die Universitätsleitung mit Drohungen und Strafanzeige. Nun steht das Haus wieder leer.

Mit ihrer Aktion haben die Besetzer*innen auf die massive Wohnungsnot und den drastischen Anstieg der Mieten in der Stadt aufmerksam gemacht, die sich immer weniger Menschen leisten können. Durch ihre Privatisierungspolitik leisten Bund, Länder und Kommunen solchen Missständen Vorschub. Die Aktivist*innen fordern bezahlbaren öffentlichen und selbstverwalteten Wohnraum für Alle.

Sie fordern außerdem einen Ort für ein unkommerzielles soziales Zentrum, der als Raum für Kultur und für einen sozialen Austausch über diese Missstände dienen soll.

Weitere Informationen https://raumklinik.wordpress.com.

Während in Marburg seit Jahren eine massive Wohnungsnot grassiert, lassen Eigentümer*innen – in diesem Fall die Universitätsleitung – jahrelang möglichen Wohnraum ungenutzt leer stehen. Marburg ist dabei kein Einzelfall, auch in Nordhessen kennen wir viele solcher Bespiele.

Wir unterstützen die Kritik und die legitimen Forderungen der Marburger Aktivist*innen. Stehen Immobilien ungenutzt leer, während die Mieten steigen, wird wiedereinmal deutlich, dass der Markt nicht das effiziente Mittel ist – für das er immer gehalten wird – um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Wohnen ist auch hier nur ein gesellschaftlicher Bereich von vielen, an dem deutlich wird, dass die Versprechen des real-existierenden Kapitalismus nicht gehalten werden können. Solange Profitinteressen vor soziale Interessen gestellt werden, bleibt es notwendig Zeichen zu setzen.

Deshalb erklären wir unsere Solidarität mit den Marburger Aktivist*innen – Für ein gutes Leben und ein Recht auf Stadt, jenseits von Verwertungs- und Vermarktungslogiken!

Unterzeichner*innen:

 

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