Solidarität vom SDS-Marburg

„(T)raumklinik“ geräumt. Solidarität mit den Besetzer_innen! vom SDS Marburg

Letzten Freitag wurde in der Robert-Koch-Straße die seit 2011 leerstehende, ehemalige Augenklinik der Universität Marburg als Reaktion auf die prekäre Wohnraumsituation in Marburg besetzt. Diese Besetzung steht symbolisch für die fehlenden Freiräume in Marburg: Es fehlt an allen Ecken und Enden bezahlbarer Wohnraum. Die „(T)Raumklinik“ wie sie die Besetzer_innen nennen sollte ein erster Schritt sein diesen unkommerziellen und selbstverwalteten Wohnraum nicht nur einzufordern, sondern sich das „Recht auf Stadt“ auch zu nehmen.

Heute morgen stellte die Uni-Leitung Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Im Verlaufe des Tages überschlugen sich dann die Ereignisse und das Haus wurde nach fast viertägiger Besetzung von einem Großaufgebot der Polizei geräumt.

Zuvor hatte man den Besetzer_innen unter skurilen Bedingungen wie ständiger Polizeikontrollen angeboten, das Haus bis zum Abschluss der geplanten Veranstaltungsreihe „Wem gehört die Stadt?“ nicht räumen zu wollen. Dieses Angebot wurde mit der Begründung auf weiterführende Gespräche mit der Universität abgelehnt. Die Entscheidung von Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne von einer Räumungsverfügung gebrauch zu machen, ohne auch nur ansatzweise auf die Verhandlungsangebote und legitimen politischen Forderungen einzugehen, kritisieren wir aufs schärfste.

Wir der SDS Marburg solidarisieren uns mit den Besetzter_innen der Augenklinik sowie mit deren Zielen.

Es fehlt: bezahlbarer und selbstverwalteter Wohnraum! Es fehlen: selbstverwaltete und unkommerzielle Räume für Treffen und Austausch!

Statt dessen stehen solch große Gebäude wie die ehem. Augenklinik ungenutzt leer, die Mieten steigen stetig und große Bauprojekte werden überwiegend profit- statt bedarfsorientiert vergeben. Die Stadt steht seit Besetzung der Fronhofschule und dem „runden Tisch“ im Februar immer noch mit leeren Händen da und signalisiert eher Widerwillen statt Bereitschaft zur Auseinandersetzung.

Die miserable Wohnraumsituation ist nicht einfach von der Hand zu weisen. Deshalb wird dies in Marburg bestimmt nicht die letzte Besetzung gewesen sein: Es muss endlich eine breite, öffentlichen Diskussion in Marburg angestoßen und auf die immer weiter steigenden Mieten aufmerksam gemacht werden.

Der Dank gilt insbesondere allen Besetzer_innen, die bis zur heutigen Räumung ausgeharrt und so auf ihre – unsere – Bedürfnisse und Forderungen aufmerksam gemacht haben, sowie auch allen Helfer_innen!

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