Presse

Pressemitteilung vom 02.03.2014
Alternativer Runder Tisch wird zu einem neuen Bündnis

Teilnehmer*innen des Forums: „Eine Stadt für alle“ ziehen positive Bilanz. Sie verabredeten sich auf konkrete Ziele und eine verstärkte Zusammenarbeit.
Dafür wurde die Gründung eines neuen Bündnisses verabredet.

Marburg, den 01.03.2014: Über 50 Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Initiativen und Organisationen haben am Samstag das Forum: „Eine Stadt für Alle – Alternativer Runder Tisch“ besucht. Vertreten waren dabei u.a. die Ortenberggemeinde, der Arbeitskreis Erwerbslose im DGB, die
Bürgerinitiative für Soziale Fragen e.V. (BSF-Richtsberg), viele „Recht auf Stadt“-Aktivist*innen, die MultipleSklerose Selbsthilfegruppe, Mitglieder verschiedener Mietshäuser-Syndikat-Projekte und Politiker*innen aus dem Stadtparlament. Eingeladen hatte die Gruppe „(T)Raumklinik: Für ein Recht auf Stadt / Marburg“.

Zu Beginn des Forums wurden die verschiedenen Probleme der Anwesenden erfasst, um im Anschluss gemeinsame Ziele und konkrete nächste Handlungen zu definieren.

Um sich auch weiterhin zu vernetzen und gemeinsam Standpunkte zu städtischen Themen entwickeln zu können, vereinbarten die Teilnehmer*innen die Gründung eines dauerhaften Bündnisses, welches das nächste Mal schon Mitte April zusammenkommen wird.

Wir freuen uns, dass für dieses Treffen die BSF-Richtsberg einladen wird, und sind gespannt auf die kommende Zusammenarbeit“, berichtet eine der Teilnehmenden des Alternativen Runden Tisches.

Wichtige Themen für die weitere Zusammenarbeit sind u.a. steigende Mietkosten, die dafür sorgen, dass immer mehr Menschen aus der Innenstadt verdrängt werden.

Zudem sehen alle Beteiligten die Notwendigkeit für ein Soziales Zentrum in Marburg, in welchem ein offener, generationenübergreifender Austausch stattfinden kann. Es soll ein Ort der Vernetzung und Begegnung verschiedener Menschen und Initiativen sein, sowie einen kontinuierlichen Prozess für ein Recht auf Stadt ermöglichen.

Eine der zentralen Forderungen des Alternativen Runden Tisches ist zudem, dass ein sozialer Wohnungsbau, welcher diese Bezeichnung auch verdient, von der Stadt realisiert wird und auch private Investor*innen dazu verpflichtet werden, einen Teil der Investitionen sozial gebunden zu tätigen.

Zudem solidarisiert sich der Alternative Runde Tisch mit dem
Wagenplatzprojekt „Gleis X – Park and Riot“ in der Alten Kasseler Straße und unterstützt andere Wohn- und Lebensformen in Marburg.

Ein weiterer gemeinsamer Schritt des Bündnisses soll es sein, zu
städtischen und privatwirtschaftlichen Projekten, wie dem Alten
Arbeitsgericht, Stellung zu beziehen und diese kritisch zu begleiten.

Die Teilnehmer*innen begegneten sich fünf Stunden lang in einem „freien Dialog auf Augenhöhe“ in Kleingruppen und großen Plena und grenzten sich damit bewusst zur frontal orientierten Präsentationsform des sogenannten Runden Tisches der Stadt ab.

Entstanden war die Idee zum „Alternativen Runden Tisch“ während der Besetzung der Augenklinik, aus der auch die Gruppe „(T)Raumklinik: Für ein
Recht auf Stadt / Marburg“ hervorging. Neben über 60 Initiativen, Gemeinwesenprojekten und sozialen Organisationen, waren aber vor allem die Bewohner*innen der Stadt zum Austausch eingeladen.

Ein Abschlusspapier des Alternativen Runden Tisches wird nach Abstimmung unter den Beteiligten in den nächsten Tagen veröffentlicht. In diesem finden sich eine Sammlung verschiedener Probleme in der Stadt, die von den
Betroffenen formuliert wurden, aber auch Handlungsmöglichkeiten und eine Reihe von konkreten Zielen und Forderungen des Alternativen Runden Tisches.

3.Pressemitteilung
Gruppe Recht auf Stadt/ (T)Raumklinik – Marburg
11.12.2013Über 500 Unterschriften fordern von der Uni-Marburg: Sofortige Rückname der Anzeigen gegen die Recht auf Stadt Aktivist*innen

Marburg, 11.12.2013 – Am Mittwoch Nachmittag besuchten an die 20 Aktivist*innen der Gruppe Recht auf Stadt, zusammen mit vielen Unterstützer*innen, das Verwaltungsgebäude der Uni-Marburg. Ihr Ziel, dass Überbringen von mehreren Hundert Unterschriften, welche die Zurücknahme der Anzeigen gegen die ehemaligen Besetzer*innen der (T)Raumklinik (ehemalige Augenklinik in der Nordstadt Marburgs) von der Uni-Leitung forderten. Die auf einzelnen Blättern ausgedruckten Unterschriften klebten sie in die Gänge des Verwaltungsgebäudes.

„Leider hat die Uni-Leitung die Anzeigen immer noch nicht zurückgenommen und die Polizei ermittelt wegen schwerem Hausfriedensbruch. Angezeigt sind wenige, gemeint sind jedoch alle, die sich ihr Recht auf Stadt erkämpfen“, so Paula Schmidt, eine Aktivistin der Gruppe. „Wir möchten die Unterschriften so übergeben, dass die gesamte Verwaltung und andere Uni-Gremien von den Unterschriften Kenntnis nimmt, auch wenn die juristische Verantwortung für die Anzeige klar bei der Uni-Leitung liegt. Und wir wollen deutlich machen, dass viele Menschen das Besetzen von Häusern als ein legitimes Mittel ansehen, angesichts der Situation in Marburg „, Schmidt weiter.
Unter den Unterstützer*innen sind u.a. Professor*innen der Uni-Marburg wie Prof. Dr. Ingrid Kurz-Scherf der Politikwissenschaft oder Prof. Dr. Andrea Marlen Esser vom Institut für Philosophie. Zur heutigen Aktion sagt Esser: „Nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Wirklichkeit friedlicher Proteste, sind für eine lebendige Demokratie unerlässlich. Freilich stiften sie mitunter „Unruhe“,  gehen  mit „Ordnungswidrigkeiten“ einher  oder erfüllen in manchen Fällen sogar Straftatbestände. Dennoch sollte  gerade eine Universität meiner Ansicht nach erst einmal alle verfügbaren Mittel zu Beilegung der Konflikte mit den Protestteilnehmern ausschöpfen, bevor sie solche Aktionen durch Strafanzeigen kriminalisiert“.

Die ehemaligen Besetzer*innen des immer noch leer stehenden Gebäudes der Augenklinik, werfen der Uni-Leitung gerade vor, während der Besetzung nicht mit ihnen verhandelt zu haben, sondern unter scheinheiligen Argumenten das Gebäude geräumt haben zu lassen.

Auch die Humanistische Union (HU) fordert die Rücknahme der Strafanzeigen: „Mit ihrer friedlichen Aktion haben sie öffentlichkeitswirksam auf Mißstände hingewiesen, die ein Studium in Marburg erheblich erschweren. Statt auf eine strafrechtliche Verfolgung dieser Aktiven, sollte die Philipps-Universität ihre Kräfte lieber auf die Verbesserung der Wohnraumsituation und der finanziellen Ausstattung von Forschung und Lehre konzentrieren“.

Die Diplom-Geographin und Mitarbeiterin der Bürgerinitiative für Soziale Fragen e.V.  Pia Tana Gattinger sagt zur heutigen Aktion: „Meine Solidarität mit den Recht auf Stadt Aktivistin*innen in Marburg begründet sich darin, dass es in Marburg offensichtlich an Wohnraum fehlt, besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen“.

Auch eine Reihe von Politiker*innen haben die Soli-Erklärung unterschrieben. Unter ihnen sind u.a. Bernd Riexinger als Bundesvorsitzender der Partei DIE LINKE, Abgeordnete aus dem EU-Parlament und Tanja Bauder-Wöhr als Mitglied der Marburger Stadtverordnetenversammlung. Anlehnend an die Umbenennung der Augenklinik in (T)Raumklinik durch die damaligen Besetzer*innen sagt sie: „Wer nicht träumt, der lebt auch nicht!“.

Doch auch viele Einzelpersonen, politische Gruppen und andere Institutionen haben die Forderung an die Uni unterschrieben. So auch verschiedene Fachschaften der Uni-Marburg, AStA-Referate und Vereine wie das Cafe Trauma.

Gewerkschaftssekretär Dr. Ulf Immelt begründet die Solidarität des DGB- Kreises
Marburg-Biedenkopf mit den Besetzer*innen des seit zwei Jahren leer stehenden Gebäudes so: „Demokratie lebt von politischem Engagement und darf daher nicht kriminalisiert
werden“.

„Wir haben uns sehr über die große Solidarität von so vielen Menschen gefreut. Und wir wollen uns auch bei den Menschen bedanken, welche nicht unbedingt die Erklärung unterschrieben, aber auf anderen Wegen ihre Solidarität ausgedrückt haben. So zum Beispiel die Stellungnahme des Personalrats der Uni, welcher schreibt, dass diese Form des Protests nicht strafbar sei!“, so Martin Müller, welcher selbst von der Anzeige betroffen ist.

Die ehemaligen Besetzer*innen schließen nicht aus, dass die Uni-Leitung die Anzeigen noch zurück ziehen wird. „Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen, was die von der Uni-Leitung angekündigte „Kompromissbereitschaft“ hinsichtlich der Anzeigen, genau heißen wird“, sagt Müller.

Alle öffentlichen Unterschriften und Soli-Stellungnahmen sind einsehbar unter: https://raumklinik.wordpress.com/solidaritaet/

Zu den Hintergründen der Besetzung und der Räumung siehe:
https://raumklinik.wordpress.com/warum-hausbesetzung/

Stellungnahme des Personalrats der Uni-Marburg unter: http://www.uni-marburg.de/personal/personalrat/info/persinfo.pdf (Punkt No. 8, Seite 6)

Pressekontakt:
email.: raumklinik@riseup.net (auch für Bilder von der Aktion)

2. Pressemitteilung: Marburg – Augenklinik seit 16 Stunden besetzt

Presseerklärung zur Pressekonferenz am 20. Juli, 13h

Marburg. Seit gestern Abend ist das Gebäude der ehemaligen Augenklinik in der Robert-Koch-Straße 4 besetzt. Im Haus befinden sich ca. 100 Leute-Tendenz steigend.

„Wir sind hier, weil wir uns genommen haben, was uns sowieso schon gehört.“ sagt Klara Janosch.

Das Gebäude steht seit 2011 leer, seit die Augenklinik des Fachbereichs Medizin hier ausgezogen ist. Es verfügt über drei Flügel, mit vier Stockwerken und pro Stockwerk ca. 40 Zimmern. Eine riesige Fläche also, die vollkommen ungenutzt war und nun mit Leben gefüllt wird.

In der kommenden Woche werden dort täglich Veranstaltungen, Vorträge und Workshops stattfinden. Alle Menschen, die sich beteiligen möchten oder neugierig auf die Vorträge sind, sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, sich umzuschauen und zu beteiligen. Bereits jetzt sind viele Interessierte vor Ort und zeigen sich solidarisch mit den Besetzer*innen.

Die Besetzer*innen freuen sich auch über weitere Spenden z.B. in Form von Lebensmitteln.

„Wohnungsnot, Wohnraumspekulation und der Mangel an Freiräumen, in denen selbstbestimmtes Leben möglich ist und Platz für Kreativität, prägen unseren Alltag. Dagegen sind wir aktiv geworden.“, erklärt Janosch weiter. Man wolle nicht weiter warten, sondern sich den zustehenden Raum selbst aneignen. Die Augenklinik wurde darum in „Raumklinik“ umbenannt.

„Die Erfahrung, das eigene Lebensumfeld selbstorganisiert zu gestalten ist sehr bereichernd und wir laden alle Menschen herzlich ein, sich auch darin auszuprobieren“, schließt Janosch.

Kontakt: 015735506438

weitere Informationen und erste Fotos unter http://www.raumklinik.wordpress.com

1. Pressemitteilung – Hausbesetzung der Augenklinik

20.07.2013

Besetzung Augenklinik wird zur (T)Raumklinik

Am Freitag wurde abends in der Robert-Koch-Str. 4 in Marburg das ehemalige und seit 2011 leerstehende Gebäude der Augenklinik in einen Freiraum verwandelt. Die Besetzer*innen kritisieren das Fehlen von bezahlbarem und selbstverwalteten Wohnraum in Marburg. Es fehlen außerdem selbstverwaltete und unkommerzielle Räume, in denen sich Menschen treffen und mit anderen austauschen können.

Marburg 19.7.2013 – „Wenn so ein riesiges Gebäude mitten in der Stadt leer steht, finden wir es legitim, uns dieses anzueignen. Wir freuen uns es nun nach den Vorstellungen und Bedürfnissen aller, die Lust haben sich zu beteiligen, zu gestalten“, sagt Kim eine der Besetzer*innen. Kim weiter: „Der Durchschnitt der Nettokaltmiete steigt stets und befindet sich mittlerweile zwischen dem Niveau von München und Stuttgart. Diese Entwicklung ist für viele Menschen weder finanzierbar noch akzeptabel.“ Bund, Länder und Kommunen befördern diese Missstände, indem sie Bauprojekte an private Baugesellschaften und Investor*innen, wie zum Beispiel ‚S+S‘, vergeben. „Das Ziel der Gestaltung von (Wohn-)Raum sind möglichst große Profite auf Kosten der Bedürfnisse und Wünsche der hier lebenden Menschen. Der neu geschaffene (Wohn-)Raum widerspricht unseren Vorstellungen von gemeinschaftlichen Wohnen, nach denen alle Menschen, welche den Raum mit nutzen, diesen auch nach ihren Vorstellungen gestalten können“, so Kim weiter.

Seit der Besetzung der alten Fronhofschule im Februar diesen Jahres hat sich die Situation in Marburg nicht verändert. Der mangelnde Wille der Stadt zeigte sich auch bei dem erst auf Druck einberufenen ‚Runden Tisch‘, der nicht als Ort empfunden wurde, in dem konstruktiv und auf Augenhöhe über die Stadtgestaltung diskutiert werden konnte. Deshalb nehmen sich die Besetzer*innen der Augenklinik jetzt erneut Raum, um die Notwendigkeit für ein soziales Zentrum, Raum für Austausch und der Auseinandersetzung mit den genannten Problemen real zu leben.

 Der geschaffene Raum soll dazu genutzt werden, sich gemeinsam über die Stadtentwicklung auszutauschen, Probleme aufzuzeigen, in die öffentliche Diskussion einzugreifen und die Stadt selbst zu gestalten.

 Deshalb werden die Räumlichkeiten der Augenklinik zunächst eine Woche lang mit vielen spannenden Workshops, Vorträgen und kulturellem Programm gefüllt. Die Besetzer*innen freuen sich, dass die ‚Recht auf Stadt Gruppe Marburg‘ bereits zugesagt hat, ihre Veranstaltungsreihe rund um das Thema „Wem gehört die Stadt?“ in die Augenklinik zu verlegen.

In täglichen öffentlichen Plena soll die weitere Verwendung des Hausesgemeinsam diskutiert werden. Dazu laden die Besetzer*innen alle Interessierten herzlich ein.

 Die Besetzer*innen sehen sich selbst als Teil von und solidarisieren sich mit verschiedenen Bewegungen weltweit, welche sich Raum nehmen, um ihn nach ihren eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zu gestalten und gemeinsam zu nutzen. Dazu Kim: „Ob in Thessaloniki, Barcelona , Istanbul, Sao Paulo oder Köln: Überall haben die Menschen ähnliche Probleme und vollziehen in der Konsequenz die gleichen Schritte. Sie nehmen sich, was ihnen sowie so gehört!“

 Für unser Recht auf unsere Stadt!

Pressegespräch am 20.07. um 13 Uhr

Presskontakt – 015735506438

E.Mail – raumklinik@riseup.net

facebook.com/raumklinik

twitter.com/raumklinik

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