Ein Wohnzimmer gegen hohe Mieten

Mit Wohnzimmereinrichtung demonstriert die neue Initiative Recht auf Stadt-Marburg gegen die Wohnraumspolitik.

Marburg, 02.08.2012 – Die Initiative Recht auf Stadt-Marburg verwandelte am Nachmittag mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen die Verkehrsinsel vor der Elisabeth- Kirche in ein Wohnzimmer. Damit demonstrierten sie gegen die Wohnraumpolitik in Marburg.

Mit dem Spruch auf ihrem Transparent und Flyern, „Mieten senken – Wohnraum Schaffen“, machten sie auf zwei zentrale Probleme aufmerksam. Zum einen ist bezahlbarer Wohnraum in Marburg nur noch selten zu finden. Und auch die Neubauprojekte, welche doch eigentlich diesem Problem Abhilfe leisten sollten, erzielen das Gegenteil. So kritisiert die Initiative, dass die Neubauten des s.g. Campus I, II und III Projekts, realisiert durch die privaten Wohnungsbaugesellschaften S+S und Bauträgergesellschaft Depant, die Mieten in Marburg weiter in die Höhe treiben. Zum anderen wird in Marburg zunehmend bezahlbarer Wohnraum zerstört oder aufgewertet. Beispiel dafür ist die Entwicklung in der Nordstadt, welche durch die Projekte der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) von Dr. Reinfried Pohl grundlegend architektonische und sozial Umstrukturiert wird.

Zu den Neubauten sagt Kai Zimmer von Recht auf Stadt-Marburg: „35m² Wohnraum kalt für 450€ in den S+S-Neubauten ist alles andere als eine soziale Wohnraumpolitik. Mit diesen Entwicklungen vollzieht sich auch in Marburg die in vielen Städten zu beobachtende neoliberale Umstrukturierung und Ökonomisierung von Städten und Wohnraum“.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen stellt die Gruppe Recht auf Stadt nicht ohne Grund die Frage, wem eigentlich die Stadt Marburg gehört. Die Umstrukturierung und Mietpreisentwicklung ist undemokratisch und vertieft soziale Trennungen. Gerade Arme sind besonders Betroffen und werden aus dem Stadtzentrum verdrängt. Daher fordert die Gruppe von der Stadt sozialen Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten und nicht Neubauten für den privaten Profit einzelner.

„Die Mieten müssen runter und öffentlicher, selbstverwalteter Wohnraum muss geschaffen werden. Doch ich glaube, am Ende müssen wir uns das Recht auf unsere Stadt selbst zurück hohlen“, so Kai Zimmer weiter.

Zur Initiative Recht auf Stadt-Marburg:

Die Initiative stellt sich bewusst in den Zusammenhang, der weltweiten „Recht auf Stadt“-Bewegungen, welche sich als Reaktion auf die fortschreitende, neoliberale Umstrukturierung viele Städte gegründet haben. Denn derzeit wird die Veränderung der Städte von einigen wenigen und ihren wirtschaftlichen Interessen bestimmt: Von der Politik, InvestorInnen und einer kleinen Klasse von Wohlhabenden. Dem entgegen fordert „Recht auf Stadt“, dass alle Menschen mitbestimmen, wie ihre Städte aussehen.

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