18.02 – Film u. Diskussion: Verdrängung hat viele Gesichter

Wir möchten euch einladen über steigende Mieten, den Besitz und die Benutzung von Häusern, die neoliberale Stadtentwicklung, über die öffentliche und private Räume, über Alternativen zur palamentarischen Stadtverwaltung und die Frage ‚Wem gehört die Stadt?‘ zu diskutieren.

Dazu bekommen wir Besuch vom Filmkollektiv Schwazer Hahn aus Berlin. Zusammen mit einer der Resigsseurinnen wollen wir den deren Film ‚Verdrängung hat viele Gesichter‘ im Traumakino schauen und uns anschließend zum Austausch in der Baari Bar treffen.

Los gehts um 20 Uhr im Traumakino.

Hier die Seite des Filmkollektivs: https://berlingentrification.wordpress.com

Hier gibts den Trailer zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=5Np3g80UM9M

Hier die Seite des Traumakinos: www.traumakino.wordpress.com

Flyer Verdrängung Vorne (1) Flyer Verdrängung hinten

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Antifaschistische Demonstration am 31.01.14 in Marburg

Die Gruppe (T)raumklinik – Für ein Recht auf Stadt Marburg unterstützt die antifaschistische Demonstration der antifa gruppe 5 am Samstag den 31.Januar in Marburg. Wir rufen ebenfalls zu der Demonstration um 18 Uhr am Bahnhofsvorplatz auf. Die neonazistischen Strukturen in Form der Burschenschaften Germania und Rheinfranken müssen zerschlagen werden.

Hier findet ihr den Aufruf der antifa gruppe 5: http://nazivilla.blogsport.de/aufruf/

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17.1. Naziaufmarsch in Magdeburg verhindern!

Jedes Jahr im Januar kommen über tausend Nazis nach Magdeburg, um anlässlich der Bombadierung Magdeburgs zu marschieren. Wir möchten den Tag jedoch nicht den Nazis überlassen und unterstützen deshalb den Aufruf vom Bündnis ‚Magdeburg Nazifrei!‘:
http://magdeburg-nazifrei.com/?page_id=2830

 

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Mitteilung zur Nachttanzdemo der Gruppe (T)raumklinik – Für ein Recht auf Stadt, 29.11.14 Marburg

Mit der gestrigen Nachttanzdemo ist es gelungen, die Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum, einer bedarfsgerechten Unterbringung und Versorgung von geflüchteten Menschen und die kollektive und demokratische Nutzung von öffentlichem Raum in die Stadt zu tragen.

Über 400 Menschen traten untermauert von zahlreichen Redebeiträgen zur neoliberalen Stadtentwicklung, zur Situation von Geflüchteten und alternativen Wohn- und Lebensprojekten, für eine demokratische Verteilung und Verwaltung öffentlicher Räume ein. Der Demonstrationszug bahnte sich seinen Weg durch die schon in den frühen Nachmittagsstunden mit Verkehrsstörungen und Menschenmassen überfüllten Straßen und bot mit Informationsflyern, Musik und Redebeiträgen den PassantInnen eine gelungene und politisch anspruchsvolle Alternative zur Shoppingtour und Weihnachtsmarktstimmung, welche von zahlreichen Menschen, die sich teilweise der Demonstration anschlossen, interessiert aufgenommen wurde.

Die Menschen der Traumklinik solidarisieren sich mit der Gruppe der Menschen, welche ihr Demonstrationsrecht auch in der Oberstadt wahrgenommen haben und sich statt der Konsumveranstaltung Buy Night den Raum genommen haben, um für bedarsfgerechte Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten und für bezahlbaren, selbstverwalteten und demokratisch organisierten Wohnraum einzutreten. Der Traumklinik selbst wurde zuvor von der Stadtverwaltung die Demonstrationsroute durch die Oberstadt untersagt, da diese für das Stadtmarketing e.V. und für die Sondernutzungserlaubnisse des Gewerbes reserviert war.

Die von der Stadtverwaltung angestrebte neoliberale Stadtpolitik hat eine finanzielle Aufwertung des Stadtgebietes und damit einhergehend die Verdrängung bezahlbaren Wohnraums zur Folge. Zu dieser Aufwertungslogik gehört es auch, Menschen als KonsumentInnen ins Stadtinnere zu locken und dafür Geflüchteten, Menschen mit niedrigen Löhnen, selbstverwaltete Projekte wie die Radikate, den Wagenplatz Gleis X sowie bezahlbaren Wohnraum zu verdrängen. Doch an dem gleichen Tag an dem die Stadtverwaltung die Plattform organisiert, auf der sich für Handel und Gewerbe satte Einkommensgeschenke abgreifen lassen, haben wir gezeigt, dass sich politische Partizipation nicht verdrängen lässt, sondern ihren Weg in die Öffentlichkeit findet.

Wir verurteilen scharf das Verhalten der Polizei, welche versuchte, einzelne Personen von der Demonstration zu isolieren oder mit Personenkontrollen auf dem Nachhauseweg bedrängte. Wir solidarisieren uns mit allen von Repression betroffenen Personen.

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Pressemitteilung der Gruppe (T)raumklinik – Für ein Recht auf Stadt, Marburg 25.11.14

Nacht-Tanz-Demo am 28. November für mehr bezahlbaren Wohnraum, eine bedürfnisgerechte Unterbringung und Versorgung von geflüchteten Menschen und die kollektive Nutzung von öffentlichem Raum.

Marburg, 25.Nov.2014 – Auch einen knappen Monat nach Semesterbeginn hält die katastrophale Wohnraum-Situation in Marburg an. Hostel und Jugendherberge sind ausgebucht und die Warteliste für die bereits vergebenen 2.100 Studierendenwohnheimplätze ist mit 800 Anwerber*innen nicht gerade kurz. Zudem ist das Familienwohnheim „Richtsberg 88“ seit einem Brand im Juni noch immer nicht bewohnbar, weshalb rund 200 Menschen auf Notunterkünfte angewiesen sind, die ohnehin schon knapp werden. Aber dass sich diese Situation wieder einpendelt und lediglich am Semesterbeginn und den mehreren tausend neuen Einwohner*innen Marburgs liegt, glaubt wohl niemand mehr. Letztlich ist das Problem des fehlenden bezahlbaren und bedürfnisgerechten Wohnraums in Marburg eine Auswirkung des nach kapitalistischen Interessen ausgerichteten Wohnungsmarktes und der profitorientierten Stadtpolitik und -entwicklung. Seit den 80er Jahren werden in Marburg immer weniger Sozialwohnungen gebaut. Von den 2013 übriggebliebenen 2400 Wohnungen laufen bei jeder fünften die Mietpreisbindungen bis 2018 aus. Öffentliche Räume werden kommerzialisiert und konsumorientiert gestaltet. Bestehende Wohnungen werden so aufgewertet, dass sie teurer werden und für viele nicht mehr bezahlbar sind. Parallel werden unkommerzielle, selbstverwaltete Projekte in Marburg von der Stadt in prekären Situationen gehalten oder gar in ihrer Existenz bedroht. So werden Menschen verdrängt und Diskriminierungsstrukturen aufrecht erhalten: Geflüchtete haben es in Marburg schwerer als andere Bevölkerungsgruppen. Die „Willkommenskultur“, von der die Marburger Politik bezüglich der Aufnahme von Geflüchteten spricht, stellt sich in der Realität als Farce heraus: Nur ein Bruchteil der dem Landkreis zugewiesenen Menschen werden in Marburg mit ausreichendem Zugang an Ressourcen untergebracht. Die Mehrheit muss in Lagern und Notunterkünften leben, wodurch ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verwehrt wird. In der Stadt findet eine sexistische Gestaltung des öffentlichen Raums statt. Werbung für Partys oder Produkte zeigen nicht selten schlanke und halbnackte Frauen* oder bedient sich althergebrachten Stereotypen von Mann und Frau*. Ein Sprecher der Traumklinik weist darauf hin: „Es entsteht in vielen Diskotheken eine Plattform, auf der Diskriminierungsstrukturen und Sexismus als normal gehandelt werden. Statt eine kritische Hinterfragung dieser Strukturen anzustellen und zuzulassen, unterstützt die Stadt den Diskurs hegemonialer Schönheitsideale zum Beispiel mit der anstehenden Miss Marburg Wahl offensiv und beginnt, dieses Ideal zu kommerzialisieren und „ideale“ Körper zu vermarkten.“ „Dass wir den 28 Nov. für unsere Nacht-Tanz-Demo gewählt haben, ist kein Zufall. An diesem Tag wird durch die Veranstaltung „Marburg b(u)y night“ wieder einmal öffentlicher Raum kommerzialisiert und konsumorientiert gestaltet. Dies ist ein Beispiel, wie sich die Stadtpolitik darauf ausrichtet, unter dem Eindruck von „kulturellen“ Veranstaltungen die Stadt Marburg zu vermarkten“, sagt Karmon Czekam von der Traumklinik. Dem Stadtmarketing e.V. als Veranstalter der Buy Night sowie den Ausrichter*innen der Weihnachtsmärkte und involvierten Geschäftsleuten werden an diesem Tag Sondernutzungserlaubnisse von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. So nimmt das Stadtmarketing den gesamten Raum der Oberstadt für ihre Interessen ein.   Mit der Demonstration am 28. November will die offene Gruppe „(T)Raumklinik – Recht auf Stadt Marburg“, die aus der Besetzung der ehemaligen Augenklinik im Juli 2013 hervorgegangen ist, erneut auf die beschriebenen und immer drastischeren Auswirkungen des kapitalistischen Wohnungsmarktes aufmerksam machen. Die Gruppe strebt eine bedarfsorientierte Organisation der Stadtpolitik und setzt sich daher für eine Demokratisierung der Verteilung und Verwaltung von Wohnraum ein. Zudem soll öffentlicher Raum unkommerziell und für alle nutzbar sein. Mit der Besetzung der ehemaligen Augenklinik sowie dem Aktionscamp auf dem Gelände des Arbeitsgerichts in der Gutenbergstraße im August diesen Jahres hat die Gruppe mit zahlreichen Unterstützer*innen bereits ein Beispiel dafür gegeben, wie Wohnraum via kollektiver und kontinuierlicher Aushandlung durch seine Bewohner*innen zu einem Raum für diskriminierungsfreies Zusammenleben mit offenen Ressourcenzugänge realisiert werden kann. Nächsten Sonntag um 20Uhr findet ein offenes Treffen der Gruppe in der Rakete im Bettenhauskeller (Emil-Mannkopffstr.6) statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

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Pressemitteilung: (T)RAUMKLINIK – Für ein Recht auf Stadt Marburg, Marburg 17.11.2014

Der 28. November stellt mit der „Marburger b(u)y Night“ einen Höhepunkt
einer neoliberalen Stadtentwicklungspolitik dar und zeigt deutlich, dass
die Prioritäten dieser Politik bei der kommerziellen Vermarktung des
Stadtlebens und nicht bei den Bedürfnissen der Menschen liegen. Im
Rahmen dieser als kulturell propagierten Veranstaltung ist die Stadt
bereit große Zugeständnisse an die teilnehmenden Läden und
Gastronomiegewerbe zu machen, in Form von längeren Öffnungszeiten,
Investitionen in Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit, bis hin zum
Bereitstellung von Raum, in diesem Fall nahezu der kompletten Innenstadt.
Dieser Raum ist exklusiv, das heißt, wer nicht Teil der
Konsumgesellschaft sein will hat dort keinen Platz. Es ist kein
öffentlicher oder kultureller Raum, kein Raum zum Diskutieren, kein
sozialer Raum. Es ist Raum für Profite, zum Kaufen, der Menschen als
Gäste und Kunden definiert.
Der angebliche Profit für „die Stadt“ liegt in der Außenwirkung.
Tatsächlich profitieren der Handel u. das Gastronomiegewerbe. „Die
Stadt“ besteht aber nicht aus Handel und Gewerbe, sie besteht aus
Menschen, die durch längere Öffnungszeiten und Lichtershows um ihre
dringenden Interessen betrogen werden. „Löst dieser Tag auch nur ein
Problem dieser Stadt? Schafft er bezahlbaren Wohnraum, schafft er einen
Dialog über bedürfnisgerechte Unterbringung und Versorgung – nein er
schafft einen künstlichen Ausnahmezustand im Interesse der Unternehmen“,
meint Karoline aus der Gruppe.
Und als genau solches verstehen die Verantwortlichen
die Stadt. Als Unternehmen, welches in ständiger Konkurrenz mit anderen
Städten steht, weshalb die Wettbewerbsfähigkeit mit Aktionen wie der
b(u)y Night sichergestellt werden soll.
Dass die Fokussierung auf einen angeblichen Wettbewerb keine Spekulation,
sondern tatsächlich auch das Selbstverständnis der städtischen
Planer*Innen darstellt zeigt sich, wenn diese die Situation einer
Standortkonkurrenz mit den Worten beschwören: „Um dabei zu
bestehen, muss sich unsere Stadt künftig noch stärker als attraktiver
Standort für Handel und Dienstleistungen, Wirtschaft und Wissenschaft,
Kultur, Sport und Tourismus profilieren.“, wie es im
Stadtmarketingkonzept Marburgs zu lesen ist.
Nicht willkommen sind in diesem Konzept Menschen mit niedrigen Einkommen
kaufunwillige oder Geflüchtete. Sondern wohlhabende Schichten, berühmte Persönlichkeiten
und noch mehr Unternehmen sind es, die die Stadt sucht, um noch mehr Profit zu
realisieren.
Willkommen ist auch nicht, wer sich nicht ins schicke Stadtbild fügt.
Was als schick gilt, wird wieder und wieder über sexistische
Werbeplakate und Veranstaltungen wie etwa dem Model Contest der Firma Ahrens
definiert. „Streng dich an, genau so auszusehen und komm dafür zum
shoppen in die Stadt – mit deinen Ideen und Sorgen bleib lieber weg. Das
ist der Zwang, den ein attraktives Stadtbild uns täglich ins Gesicht
schreit“, gibt Kim aus der Gruppe an.
Diese Politik ist eine Politik der Verdrängung, in der die Interessen und
Bedürfnisse der Menschen nur als Bühnenbild geduldet werden.Für keinen Menschen stellt es einen Mehrwert dar, seine Klamotten nachts
und im Schein der Lichtinstallationen kaufen zu können. „Die unzähligen
Arbeitsstunden des öffentlichen Dienstes in der Stadtverwaltung, im
Ordnungsamt und bei den Stadtwerken, die zur Planung und Durchführung
dieser Veranstaltung verbrannt werden sind ein Geschenk ans Gewerbe,
finanziert durch öffentliche Gelder und auf Kosten wichtigerer
Baustellen, wie beispielsweise die immer noch nicht nutzbare Wohnanlage
Richtsberg 88“ kommentiert Karmon von der Gruppe Recht auf Stadt.
„Wir werden uns diesem Ausverkauf des Stadtlebens in den Weg stellen und
dafür sorgen, dass die Frage, wem die Stadt gehört, nicht durch die
Interessen der Märkte, sondern von den Beziehungen zwischen den Menschen
beantwortet wird.“ kündigt Karoline der Gruppe (T)RAUMKLINIK – Für
ein Recht auf Stadt Marburg an.
Das nächste offene Treffen/Plenum der Gruppe findet am Sonntag, 23. November, um 20
Uhr im Bettenhauskeller „Rakete“ (Emil-Mannkopffstr. 6) statt. Hierzu sind alle Interessierten
herzlich eingeladen.
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Nacht-Tanz-Demo am 28.11. 19h Elisabeth-Blochmann-Platz

¡Ya Basta! Die Wohnraumsituation in Marburg ist eine Katastrophe.
Wieder einmal haben Stadt und Uni es nicht geschafft sich auf die steigende Anzahl von
Studierenden in Marburg adäquat vorzubereiten. Es folgte das alljährliche Desaster zum Beginn 
des Wintersemesters: zu viele Menschen und nicht genügend bedarfsorientierter Wohnraum.
Die Gestaltung des städtischen Raums folgt auch in Marburg zunehmend einer neoliberalen 
Verwertungs- und Marktlogik, welche die Stadt als Unternehmen und in Konkurrenz mit 
anderen Städten begreift. Öffentlicher Raum wird privatisiert und Stadtteile gezielt aufgewertet.
Damit gehen Verdrängungsprozesse und Diskriminierungsstrukturen einher: ärmere Menschen
werden an den Stadtrand und ins Umland verdrängt, Geflüchtete werden, ohne ausreichenden 
Zugang zu den städtischen Ressourcen, abgeschottet in Lagern untergebracht.


Die (Wohn-)Raumsituation verschärft sich aufgrund der zunehmend profitorientierten 
Stadtpolitik und –entwicklung. Seit den 80er Jahren werden in Marburg immer weniger
Sozialwohnungen gebaut. Von den 2013 übriggebliebenen 2400 Wohnungen laufen bei jeder 
fünften die Mietpreisbindungen bis 2018 aus.
Öffentliche Räume  werden kommerzialisiert und konsumorientiert gestaltet. 
Mit Veranstaltungen wie "Marburg b(u)y night" wird uns einmal mehr  aufgezeigt, dass 
öffentliche oder gar augenscheinlich „kulturelle“ Veranstaltungen primär darauf ausgerichtet 
sind die Stadt Marburg zu vermarkten.
Bestehende Wohnungen werden so aufgewertet, dass sie teurer werden und für viele nicht mehr 
bezahlbar sind.
So werden Menschen verdrängt. Auch die entstehenden Neubauten schaffen selten
erschwinglichen Wohnraum, sondern bieten vielmehr einem vermögenden Klientel Exklusivität
und Möglichkeiten zur Kapitalanlage.
Nach Empfehlung des Runden Tisches "Preiswerter Wohnraum" soll bei neu entstehenden 
Wohnungen darauf geachtet werden, dass mindestens 50% barrierefrei oder barrierearm sind. 
Doch was bedeutet barrierefrei und barrierearm? Und warum werden nicht alle Wohnungen, die
neu gebaut werden, so eingerichtet?


Wir haben in Marburg wieder eine neue Höchstzahl an Studierenden erreicht: 6.700 
Erstsemester, 26.800 Studierende insgesamt.
Die  vom Studentenwerk angebotenen Notbetten sind voll, Jugendherberge und Hostel 
ausgebucht, auch der Campingplatz hat Hochsaison.
Und was macht unser Oberbürgermeister? Er spricht davon das Investor*innen nicht
verschreckt werden sollen.
Es ist ein Skandal, welcher sich jedes Jahr wiederholt. Diese Probleme gibt es nicht erst seit 
September diesen Jahres.


Auf der Warteliste für Wohnheimplätze der Studiwohnheime, des Studentenwerks, standen 
Ende Oktober über 800 Menschen. 800 Menschen auf 2.100 bereits belegte Wohnheimplätze.
Zusätzlich leben seit einem Brand im Familienwohnheim "Richtsberg 88" im Juni ca. 200 
Menschen in Notunterkünften und warten noch immer auf eine Rückkehr in ihre Wohnungen.
Ein Wiedereinzug in diesem Jahr ist nicht  möglich, Instandsetzungsmaßnahmen wurden 
abgebrochen, stattdessen wird  seit über 2 Monaten an einem "umfassenden
Brandschutzkonzept" gearbeitet. 
Den ehemaligen Bewohner*innen werden die Vorgänge nicht transparent gemacht
und Informationen scheinen bewusst zurückgehalten zu werden. Es erinnert stark an eine 
Hinhaltetaktik.
Die Betroffenen leben derzeit in einer belastenden Perspektivlosigkeit und versuchen durch eine 
Petition die Öffentlichkeit zu erreichen und das Studentenwerk durch den öffentlichen Druck 
zum Handeln zu bewegen.
Die Phillips-Universität Marburg schmückt sich mit einem Zertifikat das sie eine 
„familienfreundliche“ Hochschule sei. Das wirkt im Angesicht der derzeitigen Situation und
dem Umgang mit den Betroffenen des Brandes fast schon zynisch.


Oft wird  behauptet, dass Sexismus keine Rolle mehr spiele. Doch zeigt sich das  Stadtbild in 
seinen Widerlichkeiten von sexistischen Werbetafeln und zweigeschlechtlich ausgerichteten 
Konsum. Sei es die banale farbliche  Trennung von rosa für Mädchen und blau für Jungs oder 
dass Bier und Auto  zu einem ‚Mann’ gehöre, wie die ‚schöne Hausfrau’ an seine Seite. 
So werden Rollenzuweisungen im öffentlichen Raum reproduziert. Dieses binäre Denken gilt es
zu hinterfragen und zu verändern.


Besonders problematisch im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Unterbringung von 
Geflüchteten.
Von der Politik wird von einer „Willkommenskultur“ gesprochen, jedoch haben es in der 
Realität Geflüchtete in Marburg schwerer als alle anderen Bevölkerungsgruppen.
Nur ein Bruchteil der dem Landkreis zugewiesenen Menschen werden in Marburg mit 
ausreichendem Zugang an Ressourcen untergebracht. Die Mehrheit muss in Lagern und
Notunterkünften leben. Diese liegen oft so abseits, dass die Menschen effektiv von der Teilhabe
am gesellschaftlichen Leben abgehalten werden.
Das die Zahlen von Geflüchteten steigen ist schon seit längerer Zeit hinreichend bekannt,
trotzdem wird erst jetzt angefangen sich damit zu beschäftigen und es wird sich überrascht und 
überfordert gegeben.


Wir brauchen eine Demokratisierung der Verteilung und Verwaltung von Wohnraum, welche
statt nach privatwirtschaftlichen Interessen nach Bedürfnissen orientiert werden muss.
In Marburg und anderswo muss die Eigentumsfrage gestellt werden: Die Häuser sollten 
selbstverwaltet werden und den Menschen gehören, die in ihnen wohnen, wie bspw. mit dem
Mietshäusersyndikat, welches Wohnraum nicht profitorientiert zur Verfügung stellt und die 
Verwaltung den Bewohner*innen überlässt.


Unkommerzielle, selbstverwaltete Projekte werden in Marburg von der Stadt in prekären 
Situationen gehalten oder gar in ihrer Existenz bedroht.
Wir erklären uns solidarisch mit der RADikate, welche von der Stadt aus ihrem Tunnel
verdrängt werden soll, dem Wagenplatz Gleis X, auf welchem die Menschen noch immer nicht 
wohnen dürfen, den Betroffenen des Brandes am Richtsberg 88, sowie allen Menschen die
für ein Recht auf Stadt und ein selbstbestimmtes Leben kämpfen.


Ein weiteres Ziel ist nach wie vor die Schaffung eines Sozialen Zentrums, als möglichst 
hierarchiefreien Raum für Kreativität, Reibung und Gegenkultur, wie es bereits in der alten
Augenklinik sowie vor dem alten Arbeitsgericht erprobt wurde.


(T)RAUMKLINIK - Für ein Recht auf Stadt Marburg und Unterstützer*innen

Jeden Sonntag vor der Demonstration Offenes Plenum um 20h in der Rakete im Bettenhaus
(Emil-Mannkopf-Straße 6)

Diesen Aufruf unterstützen:
RADikate
gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.
NoBorder Marburg
Aktive Fachschaft Geschichte
Wagenplatz Gleis X Park & Riot
attac Marburg
Gemüse Kombüse Volxküche Marburg
SDAJ Gießen Marburg
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